Wer träumt nicht von seinem eigenen Traumhaus – ganz nach den individuellen Vorstellungen und Vorlieben gestaltet? Doch oftmals bleibt es bei dem Traum, da die Zeit und vor allem das Geld für einen Hausbau zu knapp sind. Jetzt hat ein Unternehmen in Russland gezeigt, wie man sich nicht nur günstig, sondern auch schnell, sein Traumhaus bauen kann – oder vielmehr drucken kann.

 

Bild: Apis Cor

 

Das Start-up-Unternehmen Apis Cor aus San Francisco hat zusammen mit dem russischen Bauunternehmen PIK Group ein Haus mit Hilfe eines 3D-Druckers gebaut. Das Haus ist 38 Quadratmeter groß und verfügt über einen Flur, ein Bad und ein Wohnzimmer mit kleiner Kochnische. Es wurde in Stupino gebaut – einer kleinen Stadt nahe Moskau. Der Druck des Hauses dauerte lediglich 24 Stunden. Mit seiner extravaganten, runden Form fällt das Haus direkt ins Auge. Ein Haus aus dem 3D-Drucker muss aber nicht zwangsläufig rund sein: es kann jegliche Formen annehmen. Der Konzern wollte mit der runden Form lediglich die Möglichkeiten des Druckerbaus aufzeigen. Desweiteren verfügt das aus Beton gefertigte Haus über ein Flachdach und soll dem Hersteller zufolge Temperaturen von bis zu minus 60°C aushalten können und eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren haben.

Wie funktioniert der Hausdruck?

Die Funktionsweise des 3D-Druckers ist im Prinzip ganz einfach erklärt: Der Drucker sprüht über einen langen Arm Beton aus Düsen aus. Dabei bewegt sich der Arm dem Druckplan entsprechend. So wird der Beton Schicht für Schicht aufgetragen und es entsteht der Rohbau. Im Anschluss jedoch ist Menschenhand gefragt, denn die Isolierung, der Einbau der Fenster und das Aufsetzen des Daches müssen Handwerker übernehmen – hierfür wurde bislang noch kein Roboter erfunden. Und wenn man denkt, der 3D-Drucker sei aufwändig zu transportieren, liegt man falsch: der kranähnliche Drucker lässt sich einfach mit einem Truck zum gewünschten Ort befördern.

Die Kosten des 3D-gedruckten Hauses sind unglaublich – unglaublich gering. Der Rohbau, welcher gedruckt wird, kostet nur schlappe 4.250EUR. Die anschließenden Arbeiten der Handwerker müssen mit etwa 5.200EUR berechnet werden. So kostet der gesamte Hausbau mit dem 3D-Drucker nur etwa 9.500EUR – ein Quadratmeterpreis von dem man bei einem normalen Hausbau nicht einmal träumen darf. Zum Vergleich: baut man ein Haus auf herkömmliche Art und Weise, muss man pro Quadratmeter im Schnitt etwa 2.400 bis 3.000 EUR bezahlen – das 3D-gedruckte Haus kostet pro Quadratmeter nur 260EUR.

 

Ein Video der Firma über die Entstehung des Hauses können Sie sich hier anschauen:

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die 3D-Drucktechnologie ist seit Jahren im Kommen. Immer mehr Produkte dieser Technik erscheinen auf dem Markt. 2017 auf der CES wurde bereits ein mit 3D-Drucker gedrucktes Auto vorgestellt. Auch einzelne Hausteile wurden bereits mit 3D-Drucker gefertigt und dann zu einem gesamten Haus verbaut.
Das Komplett-Haus aus dem 3D-Drucker hingegen ist eine absolute Neuheit und ist bislang auch nur ein Prototyp. Der Hersteller plant jedoch, die Häuser schon bald auch auf den Markt zu bringen – und das könnte die Immobilienbranche revolutionieren, da kein anderer Hausbau auf dem aktuellen Markt so günstig ist, wie dieser.
Eine erste Einsatzmöglichkeit haben die Entwickler der besonderen Bauten ebenfalls schon gefunden: man könnte günstig und vor allem schnell Siedlungen und Unterkünfte für Flüchtlinge bauen.


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