Ein Twitter-Post macht es deutlich: Druckertinte kostet unglaubliche 7998,00 Euro pro Liter. Jüngst führte uns das eine (unbeabsichtigte) Auspreisung eines Media Marktes vor Augen.  Aufgrund des Warenwirtschaftssystemes und der dort hinterlegten Daten führte die automatische Erstellung des Preisschildes zur Anzeige des Literpreises für Druckertinte. Im vorliegenden Beispiel handelt es sich um einen Multipack von Epson mit vier Farben. Es ist davon auszugehen, dass alle anderen Hersteller das gleiche Preisniveau haben. Druckertinte gehört nach wie vor zu den teuersten Flüssigkeiten der Welt. 4,5 Liter davon weisen den gleichen Wert auf, wie ein ganzes Kilogramm Gold. Doch wie kommt der hohe Preis von Druckertinte eigentlich zustande?

Warum ist Druckertinte so teuer?

Diese Frage haben sich wohl die meisten Verbraucher schon einmal gestellt. Während es einen Drucker vom Markenhersteller schon für rund 50 Euro zu haben gibt, obwohl die verbaute Technik und die Leistungsfähigkeit eines solchen Gerätes durchaus sehr viel höhere Preise rechtfertigen würden, ist die Druckertinte vom gleichen Hersteller exorbitant teuer. Kann das wirklich an der Flüssigkeit selbst liegen? Ist sie etwa mit besonders wertvollen Inhaltsstoffen versetzt? Über die Gründe war von den Herstellern nicht wirklich etwas zu erfahren – es ist allerdings davon auszugehen, dass es an Mischkalkulationen der Hersteller liegt.Wie rechtfertigen Händler ihre hohen Preise für Druckertinte?

Früher haben sich Hersteller über die Preise ihrer Druckertinte ausgeschwiegen, heute rechtfertigen sie ihre Preispolitik durch die deutlich höhere Qualität der Geräte und die gestiegenen Anforderungen an die Tinte. Das klingt einerseits schlüssig, darf diese doch in der Patrone möglichst nicht eintrocknen, während sie sich, einmal ausgedruckt, möglichst sofort von jeglicher Feuchtigkeit befreien soll. Zudem muss sie resistent gegen Hitze sein und lange verwendbar bleiben. Auch die Bildqualität beim Drucken ist zugegebenermaßen deutlich gestiegen, was auch an den besseren “inneren Werten” von Druckern liegt. Anstatt nämlich wie noch vor 25 Jahren 10.000 winzige Tropfen pro Sekunde auf das Papier zu schießen, sind es heute in der gleichen Zeit unglaubliche 122 Millionen Tropfen, sodass selbst der heimische Ausdruck von Fotos in Profiqualität heute kein Problem mehr ist.

Der Verkaufspreis der Geräte entspricht nicht ihrem Wert

Das alles weist jedoch eher auf einen enormen technischen Fortschritt bei den Geräten hin, der sich in deren Verkaufspreis jedoch nicht niederzuschlagen scheint. Im Gegenteil werden Drucker gefühlt immer preiswerter, während man für die Tinte mehr bezahlen muss. Hier liegt der Verdacht nahe, dass mit den teuren Patronen die Geräte mitfinanziert werden – doch das würden die Hersteller nicht offen zugeben. Oder ist die Zusammensetzung der Tinte wirklich so wertvoll, wie der Preis suggeriert?

Aus was besteht Druckertinte eigentlich?

Druckertinte zählt zu den teuersten Flüssigkeiten der Welt, doch über ihre wahre Zusammensetzung liegt der Mantel des Schweigens. Das ist ähnlich wie bei hochwertigen Rezepten in der Lebensmittel- oder Getränkeindustrie, deren Inhalte und jeweiligen Mengen streng gehütet werden. Dabei wird der Preis für schwarze Tinte laut eines Artikels in der “Zeit” vom Mai 2010 nur noch zwei anderen Flüssigkeiten übertroffen: Chanel Nr. 5 und LSD.
Dabei besteht die Tinte keinesfalls aus magischen Inhaltsstoffen, Gold oder Silber, sondern zum Großteil aus Wasser. Die Farbe entsteht durch die Zugabe von Farbstoffen oder Pigmenten, deren Anteil jedoch gerade einmal bei 2,5 bis 5 % liegt. Hinzu kommen sogenannte Additive, mit denen die technischen Anforderungen an die Druckertinte gewährleistet werden. Stoffe wie Ethylenglykole und Glycerin verhindern das Eintrocknen in der Patrone, Acetylenglykole oder Natriumlaurylsulfat sorgen für die nötige Oberflächenspannung und weiter Substanzen verhindern das Wachstum von Bakterien und Pilzen und die Korrosion der Metallteile innerhalb des Druckerkopfes.

Preiswerte Alternativen sind nicht schlechter

Verschiedene Tests haben gezeigt, dass die preiswerten Alternativen zur originalen Tinte keinesfalls schlechter sind. Wohl auch aus diesem Grund versuchen manche Hersteller, durch das Anbringen von Chips die Verwendung alternativer Tinten zu verhindern. Was können Verbraucher also tun, um die Kosten für ihre Ausdrucke zu senken? Schon beim Kauf eines Druckers sollte man sich nicht von dessen niedrigem Preis blenden lassen – immerhin kann nicht jedes Mal ein neues Gerät gekauft werden, wenn die Tinte alle ist. Stattdessen ist es sinnvoll, die Folgekosten der Geräte in der engeren Wahl zu ermitteln und zu vergleichen. Was kosten die originalen Patronen des Herstellers? Lassen sich preiswerte Alternative verwenden oder gibt es die gar die Möglichkeit, die Tinte selbst nachzufüllen?
Auf einen wirklich exakten Vergleich verschiedener Tintenpatronen wird man jedoch verzichten müssen, denn die Angabe des Grundpreises, wie sie im Twitterbild gezeigt wurde, ist nicht immer möglich: Viele Hersteller schreiben schlichtweg nicht auf die Patronen, wie viel Tinte sich tatsächlich darin befindet.

 


Aktuelle Beiträge immer per Email erhalten. Jetzt eintragen!