Ein neues Sicherheitsverfahren wurde entwickelt, um zu erkennen, ob 3D-Drucker durch Dritte manipuliert wurden. In ihrem aktuellen Projekt widmeten sich Forscher des Georgia Institute of Technology verschiedenen Fragestellungen rund um die Sicherheit von 3D-Druckern. In der Vergangenheit war nicht erkennbar, ob 3D-Drucker kompromittiert wurden oder, ob für die Herstellung eines Gegenstandes minderwertiges Material zum Einsatz kam. Besonders beim Drucken von komplexen Komponenten für Flugzeuge oder Versorgungseinrichtungen könnten Schwachstellen fatale Folgen nach sich ziehen.

Komplexe Prüfmechanismen für besseren Schutz

Das von den Forschern entwickelte Verfahren erkennt, ob beispielsweise Malware in den Steuerungscomputer oder in den 3D-Drucker selbst eingeschleust wurde. Außerdem soll das Sicherheitsverfahren zuverlässig sicherstellen, dass Objekte unterschiedlichster Art gemäß ihrer Spezifikationen produziert werden. Zum Einsatz kommen viele unterschiedliche Sensoren sowie ein Mikrofon, welche den Druckablauf genau beobachten. Alle Aufnahmen von Gyroskop und Mikrofon werden nach Beendigung der Arbeit mit den Aufnahmen eines korrekt ablaufenden Drucks verglichen. Werden Abweichungen festgestellt, wäre es denkbar, dass der 3D-Drucker mit Schadsoftware infiziert wurde.

Qualität der Druckobjekte auf dem Prüfstand

Insbesondere die Qualität der fertig gedruckten Objekte stellten die Forscher auf dem Prüfstand. Die Experten haben hierfür dem so genannten Filament Nanoröhrchen aus Metall oder Gold hinzugefügt. Mit Hilfe herkömmlicher Röntgenstrahlung oder mithilfe eines Computertomographen können auf diese Weise winzige Teilchen entdeckt werden. Sind diese nicht an einem ganz bestimmten Platz auffindbar, kann dieser Umstand ein erster Hinweis darauf sein, dass der Produzent beim Materialeinsatz gespart und somit die Qualität für das jeweilige Druckobjekt negativ beeinflusst hat.

Produktionsprozesse sind einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt

Projektleiter Raheem Beyah erläuterte in einer offiziellen Stellungnahme, dass Schadcode im Drucker oder in dem dazugehörigen Steuerungscomputer den Produktionsprozess beeinträchtigen könne. Daher müsse aus seiner Sicht sichergestellt werden, dass alle Objekte gemäß ihrer Spezifikation hergestellt werden. “Skrupellose Produzenten” oder andere Übeltäter dürfen keinesfalls die Vorgaben negativ beeinträchtigen, so Beyah weiter in seinen Ausführungen zum neuen Sicherheitsverfahren.

Noch überwiegen die Gefahren

Der englische Bericht “3D-printing and additive manufacturing – the implication for OSH” befasst sich größtenteils mit den Risiken und Gefahren des 3D-Drucks in all seinen Facetten. Neben der Emission durch die zur Herstellung verwendeten Materialien greift der Bericht den Qualitätsaspekt auf. Sowohl die thermische als auch die elektrische/technische Gefahr dürfe nicht außer Acht gelassen werden. Dennoch ist davon auszugehen, dass der 3D-Druck bereits jetzt seinen Siegeszug durch die Industrie angetreten hat. Es dürfte also lediglich eine Frage der Zeit sein, bis 3D-Drucker auch in privaten Haushalten zur Selbstverständlichkeit gehören und eine große Angriffsfläche für Hacker bieten können.

3D-Druckerzeugnisse werden immer wichtiger

Bereits heute finden sich zahlreiche 3D-Druckerzeugnisse in der Automobilindustrie sowie in unterschiedlichen medizinischen Bereichen wieder. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) kommt nach einigen Untersuchungen zu dem Schluss, dass 3D-Drucker auch in Zukunft weitere Bereiche in Produktionen ergänzen werden. Dabei hat die Organisation sowohl Risiken als auch Chancen für diese noch recht junge Zukunftstechnologie erarbeitet. Die Forscher des Georgia Institute of Technology haben mit der Entwicklung eines neuen Sicherheitsverfahren allem Anschein nach einen ersten wertvollen Beitrag geleistet, um 3D-Druckverfahren für die kommenden Jahre und Jahrzehnte deutlich sicherer zu Gunsten aller zu gestalten.

 


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